ALTERS+DISKRIMINIERUNG+ALTERSARMUT
ÖSTERREICH


Armut im Alter und der Verlust des  derzeitigen Lebensstandards werden von den Menschen in Österreich als größte Risiken der heutigen Zeit eingestuft. In Österreich befürchtet fast die Hälfte der Befragten eine erhebliche und bedrohliche Pensionslücke. Gemeint ist damit die Differenz zwischen Aktiveinkommen und Pension.

Über 200.000 Österreicher sind von Altersarmut betroffen und prekäre Lebensverhältnisse nehmen zu. Gründe und Mixturen, die zu Armut führen können sind neben dem Alter auch das Geschlecht und eine geringe Bildung. In reichen Ländern ist Armut oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Gegenüber Freunden, Nachbarn, ja selbst Familienmitgliedern wird diese oft verheimlicht. 

Auch Altersarmut ist eine versteckte Angelegenheit leider !

„Die Gefahr der Pensionslücke ist in den Köpfen von Herrn und Frau Österreicher angekommen, das Bewusstsein für diese ernste Bedrohung ist da“, meinen Experten und weißen auf die demografische Entwicklung in Österreicher hin. Schon 2024 werde Österreich zu den „superalten“ Ländern der Welt gezählt werden. Die Zahl der über 65-Jährigen wird zumindest einen Bevölkerungsanteil von 21 Prozent ausmachen.

Frauen besonders betroffen

Ausschlaggebend für die Höhe der Alterspension sind Faktoren wie durchgehende Erwerbsarbeit und die Höhe des erzielten Einkommens. Im Umkehrschluss bedeutet das: Unterbrochene Erwerbsbiografien, ob durch Kinder oder Krankheit, und ein niedriges Einkommen führen zu einer niedrigen Pension. 

Mit der Ausgleichszulage reicht es dann oft gerade einmal für die Mindestpension. Immer mehr Menschen müssen nach einem prekären Arbeitsleben im „Ruhestand“ dazuverdienen. Dass die Furcht vor Altersarmut bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern hat seine Berechtigung. Sie trifft das höchste Risiko im Alter auf eine Mindestpension angewiesen zu sein. Selbst, wenn sie eine längere Versicherungsdauer aufweisen.

Das größte Risiko ist für die Österreicher und Österreicherinnen in der heutigen Zeit die Altersarmut. 

Laut einer Umfrage des Market Instituts fühlen sich 56 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer davon bedroht. Aber auch jüngere Menschen haben schon Angst vor der Zukunft. Von den unter 35-Jährigen sieht jeder Zweite Altersarmut als Gefahr.

Doch nicht nur die Pensionslücke – also die Differenz zwischen Gehalt und der in Zukunft einmal ausbezahlten Pension – wird gefürchtet. Diskutiert wird sogar der Bankrott des Pensionssystems. Laut Mercer Global Pension Index 2017 schneidet das österreichische Pensionssystem in Bezug auf Nachhaltigkeit nicht gerade gut ab. 

30 Länder wurden ausgesucht, Österreich liegt auf Platz 21. Untersucht wurde die Altersversorgung hinsichtlich Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität, geprüft wurden sowohl staatliche Pensionen als auch betriebliche und private Vorsorgemaßnahmen. Größter Kritikpunkt am österreichischen System: Es fehle, etwa im Gegensatz zu Schweden, eine automatische Anpassung an die demografische Entwicklung. 

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